Badische Neuste Nachrichten, 24.01.2026, Roland Spether
Festgottesdienst zur Gründung der katholischen XXL- Kirchengemeinde Acher-
Renchtal
Oberkirch. „Vor Gott und den anwesenden Zeugen versprechen wir, das Wort Gottes zu verkünden, die Liturgie zu feiern und im Geist der Liebe allen beizustehen.“
Es war ein bewegender Moment, als die Priester Ralf Dickerhof (Oberkirch) und Christof Scherer (Achern) als künftige Leiter der neuen Kirchengemeinde Acher-Renchtal dieses Versprechen in der gut gefüllten Kirche St. Cyriak gaben, die künftig die Pfarrkirche für alle Katholiken in 36 Gemeinden sein wird.
Im Beisein von Domkapitular Michael Hauser von der Erzdiözese Freiburg versprachen sie auch, die Kirchengemeinde in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Kernteam, dem Pfarreirat, dem Verwaltungsvorstand und dem Pfarreivermögensverwaltungsrat zu leiten. Leitung sei nach Hauser „nur in der Gemeinschaft möglich und im Vertrauen darauf, dass viele ihre Charismen und Talente zum Aufbau des Reiches Gottes einsetzen“
In dem festlichen Gottesdienst wurden auch die leitende Referentin Gabi Ellmer und die Pfarreiökonomen Georg Zeferer und Bernd Müller in ihre Ämter eingeführt. Mit den leitenden Pfarrern und dem Vorstand des Pfarreirates mit Regine Schwall-Geier, Agnes Fartaczek und Martin Badorda sprachen sie das Glaubensbekenntnis als Zeugnis, dass der gemeinsame Glaube das Fundament ist, von dem aus sie den Menschen Jesus Christus verkünden.
Zu Beginn der Feier begrüßte Regine Schwall-Geier die Besucher, darunter den CDU-Landtagsabgeordneten Willi Stächele, den Oberkircher Oberbürgermeister Gregor Bühler (CDU), Bürgermeister und Ortsvorsteher sowie Verantwortliche von Schulen, Kindergärten und Einrichtungen.
Dass zum Erbe der ehemaligen 36 Einzelgemeinden die Kirchenmusik in vielfältigen Klangfarben gehört und diese mit hoher Qualität gepflegt wird, wurde mit dem Jungen Chor und dem Kammerchor an St. Bernhard aus Fautenbach um Kantor Frank Hoapp deutlich. Wie variationsreich die Musik ist, brachten David Blasen an der Orgel, die Pfarrband Stadelhofen um Tobias Götz und die Kantorin Ursula Wöllner mit Hoffnungsmelodien zum Klingen.
Ein Pfarrer soll ein „Hirte seiner Gemeinde“ sein, den Menschen Vertrauen schenken und von ihnen Vertrauen erfahren, so der Domkapitular. „Ein guter Pfarrer wird sich bemühen, einer unter ihnen zu sein,“ wobei er einräumte, dass „gute Nachbarschaft“ in einer so großen Pfarrei nicht einfach sein. Dennoch müssten Pfarrer im Auftrag Jesu Dienste wahrnehmen, die Sakramente spenden, Nächstenliebe praktizieren und die Menschen in Höhen und Tiefen begleiten.
Wichtig war dem Domkapitular, dass Investitur nicht bedeute, dass die Pfarrer Scherer und Dickerhof nun etwas wie „Manager eines mittelständischen Unternehmens“ seien. Vielmehr seien alle Menschen wichtig und es gehe darum, gemeinsam den Glauben zu leben und ganz konkret Kirche Jesu zu sein. Dabei dürften alle darauf vertrauen, dass der Herr die Wege mitgehe, die Menschen begleite und ihnen beistehe. Der Domkapitular wünschte allen, dass sie das „Feuer des Glaubens wachhalten“, zuversichtlich den neuen Weg beschreiten und auch als „gute Nachbarn“ miteinander feiern.
Mit der Errichtung der Römisch-Katholischen Kirchengemeinde Acher-Renchtal und der Investitur wurde nach sechs Jahren intensiver Vorbereitung ein wichtiges Ziel erreicht, für das sehr viele Personen viel „Herzblut“ investierten, so Christof Scherer in seinem Dank. Besonders hob er die Projektkoordinatoren Georg Schmitt und Dekanatsreferent Thomas Roßner, sowie die Leiter der beschließenden Ausschüsse Gabriel Sichler-Karle, Andera Keller, Regine Schwall-Geier und Achim Huber hervor, die mit den Pfarrgemeinde- und Stiftungsräten das diözesane Konzept Kirchenentwicklung 2030 in einer langen, konstruktiven Vorbereitung umsetzten.
Dazu gratulierte Oberbürgermeister Bühler auch für seine Kollegen aus den Kommunen und betonte, dass Kirche und Staat immer noch viel verbinde. „Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen Halt und Orientierung suchen, ist uns die Zusammenarbeit sehr wichtig. Je stärker beide sind, umso besser können wir für unsere Bürger und Mitmenschen da sein.“ betonte Bühler. Er freue sich über den Start in Oberkirch, wo Gutes entstünde. „Eines muss man euch lassen: Festliche Gottesdienste könnt ihr feiern“, meinte der evangelische Pfarrer Andreas Moll aus Renchen. Er würdigte das „gute ökumenische Miteinander“.
Domkapitular Michael Hauser, Bernd Müller, Georg Zeferer, Gabi Ellmer, Christof Scherer und Ralf Dickerhof (von links) zelebrieren den Start der neuen Großgemeinde. Foto: Roland Spether