Unser Bild vom Kind
Mit der Aufnahme in den Kindergarten ist jedes Kind auf einem individuellen Entwicklungsstand. Jedes Kind hat seinen eigenen „Rucksack“ auf, wenn es in den Kindergarten kommt. Ein Kind kann z.B. schon alleine auf die Toilette, ein anderes kann schon alleine die Jacke anziehen, wieder ein anderes weiß schon, wie man einen Teller sauber macht. Genauso unterschiedlich und individuell verläuft auch die Entwicklung jedes Kindes. Ein Kind interessiert sich gerade für Zahlen, das andere jedoch für Tiere. Das eine Kind lernt schnell, das andere braucht mehr Zeit. Jedes Kind entdeckt, erforscht und gestaltet seine Welt auf individuelle Art und Weise. Es ist uns wichtig, jedes Kind dort abzuholen, wo es gerade steht. Das heißt, den Inhalt des „Rucksackes“ respektvoll auszupacken, um noch mehr wieder hineinzupacken. Genauso wichtig ist uns, Begabungen, Interessen und Fähigkeiten der einzelnen Kinder zu berücksichtigen. Jedes Kind ist einzigartig und wird so wahrgenommen und angenommen. In einer Atmosphäre der Geborgenheit und des Vertrauens, geben wir den Kindern vielfältige Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrer Umwelt. Die Kinder sollen in die Gemeinschaft bzw. die Gruppe hineinwachsen und sich darin wohlfühlen und zurechtfinden, sowie sich zu eigenverantwortlichen und selbstständigen Individuen entwickeln. Hierbei lassen wir den Kindern Zeit und Raum ihre Persönlichkeit zu entdecken und zu entfalten. Ebenso bestärken wir sie darin, sich an Neues, Unbekanntes heranzuwagen und daran zu wachsen. Wir Fachkräfte sehen uns hierbei als unterstützender „Weg-Begleiter“. Auf diesem Weg ist es wichtig, den Kindern neben klaren Strukturen auch Freiräume zu gestalten. Dem Kind werden Freiräume zugetraut, indem es beispielsweise bei Konflikten selbst Lösungsmöglichkeiten sucht und ausprobiert, ohne, dass eine Erzieherin sofort eingreift. Wir vertrauen den Kindern, dass sie diese Freiräume positiv ausfüllen. Denn nur wenn wir Erwachsenen den Kindern Vertrauen schenken, können sie die Fähigkeit entwickeln, sich selbst etwas zuzutrauen und anderen zu vertrauen. Freiräume geben bedeutet aber nicht, dass die Kinder sich selbst überlassen bleiben. Wir geben den Kindern die Nähe und die Distanz, die sie benötigen, um zu „wachsen“ und „groß“ zu werden.



